Grammostola pulchra - Zucht Doumentation
Die faszinierende Entwicklung vom Ei zur kleinen Vogelspinne

Am 10. Januar 1999 war die letzte Paarung meines Grammostola pulchra Pärchens. Das Weibchen hatte sich bis jetzt nicht mehr gehäutet (letzte Häutung: 16.06.1998). Als sie nun in den letzten Wochen ihr Terrarium total umgegraben, die Pflanze zerstört hatte und sie so langsam begann Spinnenweben zu machen, ging ich davon aus, dass sie sich endlich mal wieder häutet. Ich fand es schon komisch, dass sie sich immer mehr in ihrer Höhle einsponn, da die G.pulchras sich sonst bei mir recht offen im Terri häuten. Ich läuchtete nun regelmässig mit der Taschenlampe in die Höhle, um sie beim Häuten zu beobachten und aufzupassen. Tja und am 07.07.2001 musste ich feststellen, dass sie das ganze gewebte nun komplett abgerissen hatte, ohne sich zu häuten?! Ich war ein wenig irritiert, bis ich dann sah, dass sie einen schönen Kokon gebaut hat!!  :-)
Tja und nun bin ich mal gespannt, ob die Eier befruchtet sind... Drückt mir die Daumen!!!  ;-)

16.06.1998   Häutung des Weibchens
20.06.1998   Reifehäutung des Männchens
??.??.????   Spermanetzbau
10.01.1999   Paarung
07.07.2001 Tag  1 Kokonbau/ Eiablage
28.07.2001 Tag 22 Eigene Zeitigung von 2/3 der Eier -
1/3 sind weiterhin im Kokon bei der Mutter
30.07.2001 Tag 24 Die ersten drei Larven sind "geschlüpft"!!!
Somit ist bewiesen, daß VS das Sperma auch
über 2,5 Jahre speichern können! :)
04.08.2001 Tag 29 Bei einer Larve färben sich die Beine leicht grau
die Chelizeren sind als leicht schwarz zu erkennen
06.08.2001 Tag 31 Diese Larve hat sich nun zum zweiten mal gehäutet -> 2. Larvenstadium
  Tag 56 Die Larven bilden nun Pigmente, sie färben sich dunkel
  Tag 60 Die letzte Häutung! Nun sind die kleinen Vogelspinnen fertig!
     
   

Mal so nebenbei:

Dezember 2002:
Mittlerweile sind die fünf Kleinen über ein Jahr alt und ich habe Keinen weg gegeben. Sie fressen fleißig und haben sich schon rund 6 mal gehäutet. Noch 2-3 Häutungen und sie kommen in ein richtiges großes Terrarium ... :-)
Man kann das Geschlecht auch schon erkennen: 4 Männer und 1 Mädel ...
Na bei so vielen Männern steht der nächsten Zucht in ein paar Jahen ja nix im Wege, habe ja auch noch andere Weibchen!! ;-)
Das Weibchen ist übrigens die Nymphe, die im zweiten Larvenstadium immer schon größer war als die anderen vier (siehe die Larve oben rechts) ->

September 2003:
Nun sind die Kerlchen 2 Jahre alt. Am 30.8. hatte das erste Männchen seine Reifehäutung, denke die anderen ziehen bald nach. Habe auch ein anderes adultes Weibchen hier, so daß ich wohl bald den nächsten Zuchtversuch starten kann.
Mein NZ-Weibchen ist übrigens genauso groß wie die Männer (ob adult oder subadult)... auch im Häutungsrythmus gab es keine großen Unterschiede.

März 2004:
Bisher ist keines der anderen Geschwister geschlechtsreif geworden. Da war das erste reife Männchen wohl ein "Frühzünder". Grins.

Tag 22

Ich habe mich dazu entschlossen, einen Teil der Eier selber zu zeitigen. Es war recht einfach dem Weibchen den Kokon wegzunehmen: Mit einem Stöckchen habe ich sie aus der Höhle gelockt. Als sie weit genug draußen war, habe ich mit einer langen Pinzette den Kokon aus dem Terri geholt (er wog 17g). Ich habe ihn geöffnet und fand rund 200 Eier.

Tag 22

Zuerst wußte ich nicht, ob die Eier so okay sind, da sie nicht ganz klar aussehen, sondern so einen komischen Belag haben.

Tag 22

Und so sieht der künstliche Kokon aus: ;-)

In dieser Plastik-Dose ist unten Wasser drinnen. Oben liegen die Eier in einem Küchenkrepp wie in einer Hängematte. Die Dose wird mit dem passenden Deckel geschlossen und in eine beheizte Styropor-Box gestellt (27-30°C). Ich beheize die Box mit einer Neon-Röhre, die mit Alufolie umwickelt ist, da Licht für die Eier und Larven wohl nicht gut sein soll.
Nun schaue ich morgens und abends nach, ob auch alles okay ist.

Pinzette

Mit dieser gebogenen Pinzette kann man gut verschrumpelte Eier aussortieren. Wichtig: Die Eier nicht mit der Pinzette greifen, da diese seeehhhrr leicht zerquetscht werden. Auch wenn das Ei verschrumpelt ist, sollte man aufpassen, daß es nicht kaputt geht und wohl möglich andere Eier miteinander verklebt. Die Eier bleiben auf der leicht geöffneten Pinzette liegen und man kann sie rausnehmen.

Tag 24

Die erste kleine Larve ist zu sehen.
Sie sehen aus wie Wesen von einem anderen Stern, absolut faszinierend!

Tag 27

Diese kleinen Wesen können sogar schon die Beinchen bewegen.

Tag 31

Hier eine Larve im zweiten Larven-Stadium! Die Beine sind deutlich weiter entwickelt und nun können die Kleinen schon laufen und rumkrabbeln.

Tag 32

Mit hilfe der Chelizeren (damit halten sie sich fest), krabbeln die Larven durch ihren künstlichen Kokon.

Tag 36

Selbst inerhalb dieses zweiten Larven-Stadiums
entwickeln sich die kleinen Kerlchen.
Die Larve ist rund 8-9 mm groß.

Tag 37

Die Farbe der Larven ist noch recht hell.
Auf dem Bild von Tag 42 kann man deutlich erkennen, wie sich das Abdomen verfärbt hat.

Brutkasten

Hier ein Bild von "Brutkasten". Es ist eine Box aus Styropor. In der Box stehen die Plastikdosen mit den Eiern bzw. Larven. Als Wärmequelle habe ich diagonal über die Box eine mit Alufolie ummantelte Neonröhre gehängt. Den Deckel der Box mache ich nicht ganz zu, da die Temperaturen sonst zu hoch werden würden. Je nachdem wie nun die Temperatur innen ist (im Sommer ist es ja manchmal schon so im Raum fast 30°C), mache ich den Deckel weiter auf oder schiebe ihn weiter zu.
Damit die Eier und Larven es dunkel haben (bei Licht soll die Ausfallquote viel höher sein) bedecke ich die Styroporbox mit schwarzem Stoff.

Tag 40

Am 40. Tage, hat das Weibchen den Kokon zerstört. Ich habe ihr den "eingespeichelten" Kokon weggenommen. So aggrerssiv habe ich eine G.pulchra noch nie gesehen. Ich wollte wissen, was in dem Kokon war... es war ein sehr ekelhafter Anblick. Ich konnte nur 3 Larven erkennen die anderen Eier hatten sich auch nicht entwickelt. Dies war wohl auch er Grund warum das Weibchen den Kokon zerstört hat.

Warum haben sich die Eier nicht entwickelt?!
Ich glaube nicht, daß ich so viel falsch gemacht habe, so daß sich weder die Eier in dem künstlichen Kokon noch die Eier im original Kokon entwickelt haben. Das ganze führe ich darauf zurück, daß die Paarung über 2,5 Jahre zurück lag. Und daß das Weibchen ja schon seit mindestens zwei Jahren so fett war, wohl schon seit langer Zeit die Eier im Körper getragen hat...

Tag 42

Die kleinen Larven verändern sich, der Hinterkörper bekommt nun eine braune Farbe. (vgl. Bild von Tag 37)
Auch die "Augen" sind nun deutlich zu erkennen durch die schwarze Färbung.

Tag 47

Die Eier, die sich nicht weiter entwickelt haben beginnen zu verpilzen. Ich sortiere sie aus..

Tag 47

Hier die kleinen Larven mit einem Centimeter-Maß

Tag 56

Die Larven färben sich dunkel! Die Kleinen sehen nun ganz fleckig aus!
;-)

Tag 60

Die erste kleine Larve häutet sich auf der Seite liegend!!! :-)

Es ist wirklich ein tolles Gefühl das zu beobachten!! :-)

Tag 60

Nun hat sie es geschafft!

Tag 63

Das hier ist die größte der Spiderling-Geschwister (Belana).