Skorpion Terrarien

Hier Fotos meiner Skorpion Terrarien:


Opistophthalmus wahlbergii
(40x30x20cm)

Hadrurus spadix
(40x30x20cm)
   

Fels-Rückwände der Wüstenterrarien
(Baunanleitung siehe auch links im Menü)

Wichtig ist, daß die Rückwände nach der Fertigstellung noch mindestens 2 wochenlang auslüften! Gerade Skorpione sind sehr empfindlich bei solchen Materialien, besonders wenn mir Nitroverdünnung gearbeitet wird.

Bei meinem Opistophthalmus wahlbergii hab ich noch nie beobachtet, dass er an dieser Felswand hochgeklettert ist. Dagegen ist der Hadrurus spadix als erstes diese Wand hoch gelaufen und ist auch jetzt noch ab und zu dort unterwegs. :)

  


Bodengrund bei Skorpion-Wüsten-Terrarien:

Wüsten-Skorpione wie Opistophthalmus oder Hadrurus beauchen auch einen Wüsten-Bodengrund, also Sand.

Als Erstes möchte ich hier erwähnen, daß weißem Sand zum Strecken oft Quarz beigemischt ist. Angeblich führt der Quarz im Verdauungstrakt von Reptilien und auch Skorpionen zu Verstopfung, dieser Quarz verklumpt. Bei Skorpionen gibt es meines Wissens dann keine Hilfe für das Tier. Drum ist weißer Sand nach meine Meinung nach nicht geeignet! Ich selber habe wenig Vertrauen in die Händler und auch wenn drauf steht, daß der Sand im Verdauungstrakt nicht verklumpt, traue ich dem nicht und nehme lieber roten Sand. Außerdem sieht der rote Sand wirklich viel schöner aus! :)

Ich empfehle besonders den "Original Kalahari Red Desert Sand" von Euro-Zoo. Dieser hat eine wunderschöne leuchtende rote Farbe und ist dazu auch noch naturpur! ;)
Der Sand kommt angeblich direkt aus Namibia, die Heimat von vielen südafrikanischen Skorpionen.
(Bei mir bisher nur im O.wahlbergii Terrarium)

Allerdings graben viele Wüsten-Skorpion-Arten ihre Höhlen in härteren Sandböden. Um dies nun mit dem Wüstensand zu erreichen mische ich den Wüstensand mit Lehm. Den Lehm/ Ton bekommt man oft im Baumarkt z.B. im Bastelbereich. Oder man holt ihn direkt vom Acker.
Hier ein Tipp: Ein Sand-Lehm Verhältnis von maximal 1:5. Um den Lehm mit dem Sand zu mischen, habe ich einfach mal den Küchenhandmixer entfremdet. Und dann Stück für Stück alles vermischt, natürlich auch ein wenig Wasser dazugegeben. Hier bitte darauf achten, daß durch das Mischen mit dem Mixer, der Sand das Misch-Gefäß innen schnell kaputt "schmirgelt", also nicht die beste Rührschüssel aus der Küche nehmen!! Nun das ganze ins Terrarium geben, vielleicht direkt noch ne Wurzel mit einarbeiten und das ganze dann mindestens eine Woche lang austrocknen lassen bevor man den Skorpion in das Terrarium lässt.


Beleuchtung bzw. Heizung der Wüsten-Terrarien:

Dies hier sind Tipps ausschließlich für das Beheizen der Wüstenterrarien für Skorpione, die eine Temperatur von rund 30 Grad benötigen. Alles was ich hier schreibe beruht auf meinen Eigenen Erfahrungen.

In meiner kleinen Terrarien-Anlage beheize ich die Spinnen-Terrarien mit Leuchtstoffröhren. Meine Skorpione brauchen jedoch höhere Temperaturen als die Vogelspinnen. Dies erreiche ich mit den Leuchtstoffröhren nicht, die Skorpion-Terrarien beheize ich mit 20 Watt Halogenstrahlern. Außerdem haben meine Skorpione niedrigere Terrarien (20cm) als die Spinnen (30cm), somit hat das Terrarium weniger Volumen, und eine höhere Temperatur kann erzielt werden.

Bei Skorpionen mussman einfach mal testen, welche Temperatur dem einzelnen Tier gefällt, man muss sein Tier sehr gut beobachten.

Mit meinem Opistophthalmus wahlbergii war es am Anfang so, daß er abends oft wie wild im Terrarium rum lief. Es lag nicht daran, daß er Futter oder Wasser suchte, beides bot ich regelmäßig an. Der Skorpion war in einem 30x30x30cm Terrarium. Jedoch erreichte ich nicht regelmäßig hohe Temperaturen von 30 Grad Celsius. Nachdem ich den O.wahlbergii dann in ein niedrigeres Terrarium mit jedoch mehr Bodenfläche (40x30x20cm) umsetzte und durch einen Halogenstrahler tagsüber im wärmsten Teil des Terrariums mind. 30 Grad Celsius erreichte, normalisierte sich das Verhalten meines Skorpions. Er war selbst abends meisstens in seiner Höhle und lauerte auf Beute.

Ähnliches Verhalten hatte ich bei meinem Hadrurus spadix. Dann erhöhte ich die Temperatur im Terrarium und das Verhalten normalisierte sich. Ebenso achte ich darauf, daß beim H.spadix die Luftfeuchte im Bereich der Höhle etwas höher ist. Dazu spritze ich in die Nähe der Höhle einmal die Woche etwas Wasser in das Sand-Lehm-Gemisch. Hierzu nehme ich eine 10ml Spritze mit einer recht dicken Kanüle. Dabei bitte aufpassen, daß man nicht irgendwie das Tier verletzt, wenn man in dien Boden rein sticht!! Bei meinem Opistophthalmus wahlbergii mach ich dies nur alle 1-2 Wochen und beobachte nun, wie sich das Verhalten verändert.   
Ich biete meinen Skorpionen immer mindestens zwei Unterschlupfe (Flache Korkstücke) an. Diese Unterschlupfe befinden sich dann in unterschiedlichen Temperatur-Bereichen. Der eine eher dort, wo der Halogen-Strahler ist, der andere Unterschlupf dort, wo es etwas kühler ist. Durch den Bodengrund habe ich auch Höhenunterschiede "modelliert". Der heißere Bereich, dort wo auch der Halogenstrahler drüber ist, liegt höher.
Nun kann sich das Tier selber aussuchen, wo es sich am wohlsten fühlt. Wenn man nun beobachtet, daß das sich der Skorpion ausschließlich im kühlen Bereich aufhält, ist die Temperatur wohl zu hoch und man sollte mal eine etwas niedrigere Temperatur "testen".
Die Strahler mussman also so positionieren, daß es im Terrarium mehrere "Klimabereiche" gibt.
  

Die Strahler brauchen mind. 1cm Abstand zum Terrarium. Dies ist aber unbedingt auszuprobieren, bei kleineren Terrarien kann so eine Terri-Temperatur von 40 Grad entstehen! Hier ist ein größerer Abstand zu wählen!
Würde man die Strahler direkt auf das Terrarium-Glas legen könnte das Terrarium springen. Dazu kommt noch, daß die Strahler sehr heiß werden würden, somit sinkt die Lebensdauer für die 20Watt Spots enorm. Diese 1-2cm Abstand schaffe ich durch einen kleinen Rahmen aus Holz. Solche Recheckigen Holzleisten bekommt man im Baumarkt. Diese werden nun zu einem Rahmen verschraubt (mit Heißkleber klappt das auch recht gut!). Entweder einen gesamten Rahmen über alle belheizten Terris oder für jeden Strahler einen eigenen kleinen Rahmen. Um die Strahler zu fixieren, damit sie nicht vom Rahmen runter rutschen, nehme ich vier kleine Nägel (siehe Bild unten). Als weiteren Tipp damit die Rahmen auf dem Terrarium nicht so leicht verrutschen, kann man auch die Unterseite des Rahmens eine Linie mit Silikon ziehen.

Dies sind solche 3x20 Watt Einbau-Halogenstrahler, bei so einer Packung ist alles dabei. Kosten ab rund 16-20 Euro.


Ein passender Holzrahmen, auf den die Strahler gelegt werden. So kann man den Abstand zum Terrarium bestimmen. Ich habe 10mm Abstand.

Mit kleinen Nägelchen fixiere ich die Strahler, damit die nicht verrutschen.

So sieht das ganze dann aus, wenn es über den Terrarien liegt.

Dies ist ein 80cm Rahmen für drei Terrarien.